Le immagini della Nazione.
Nazionalismo e arti visive in Germania. 1813-1913

di Massimo Ferrari Zumbini

winckelmann

 

Isbn 978-88-95868-13-4

Roma 2016   pp. 543   €30

Indice

Lipsia, 18 ottobre 1813: si decide la «battaglia delle nazioni» che segna la sconfitta di Napoleone e la liberazione dei territori tedeschi. Lipsia, 18 ottobre 1913: si inaugura il monumento che ricorda quella vittoria, diventata il «luogo della memoria» del nazionalismo tedesco. In questo secolo, le arti visive svolgono un ruolo centrale nel celebrare i valori nazionali, anche se le rivalità dinastiche e i conflitti religiosi producono diverse e concorrenti «immagini della nazione». All’inizio ci sono i monumenti della «nazione immaginata». Nel 1842 si inaugura il Walhalla, il «Partenone sul Danubio» dedicato ai «grandi tedeschi». Nello stesso anno riprendono dopo secoli i lavori per completare il duomo di Colonia, in risposta all’appello patriottico di «ricostruire il duomo per costruire la nazione». Dopo il 1871 si diffondono i quadri dedicati alle vittorie militari che hanno portato all’unificazione e i «monumenti nazionali» che celebrano il nuovo impero. In epoca guglielmina dilaga la «statuomania», dai monumenti equestri dedicati ai regnanti sino alle innumerevoli statue dedicate ai poeti e agli scienziati, ai musicisti e ai filosofi, che celebrano la nuova Germania come Kulturnation. Le aspre polemiche pubbliche e i dibattiti parlamentari dimostrano l’importanza di scelte che non sono solo artistiche. Chi è più degno di rappresentare la nazione: Arminio, Barbarossa, Lutero, Goethe, Bismarck? Uno studio interdisciplinare, tra la nuova visual history e la tradizionale iconografia politica.

 

 

 

 

Recensioni:

Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken", Bd. 97, 2018

QFIAB 97 (2017) Rezensionen – 19.-20. Jahrhundert (chronologisch) pp. 548-549

 

Martin Baumeister

Massimo Ferrari Zumbini hat an der Università della Tuscia in Viterbo einen Lehr- stuhl mit der in Italien einzigartigen Denomination ,,Storia della cultura tedesca" inne. Neben Studien zur Ideen- und Philosophiegeschichte ist er mit einer auch ins Deutsche i.ibersetzten monumentalen Geschichte des Antisemitismus(Die Wurzeln des Bosen. Gri.inderzeit des Antisemitismus: von der Bismarckzeit bis zu Hitler, 2003) hervorgetreten. Seine aktuelle Studie, wiederum ein Zeugnis enzyklopadi- scher Gelehrsamkeit, ist ebenfalls einem Grundthema der deutschen Geschichte des 19. Jh. gewidmet: der Geschichte des Nationalismus aus der Perspektive seiner vielfaltigen visuellen Reprasentationen, sei es in der bildenden Kunst, in Denkma- lern oder in der Architektur. Seit den fri.ihen bahnbrechenden Arbeiten von Thomas Nipperdey und George L. Mosse sind, befordert u. a. durch die kulturgeschichtliche Wende der Nationalismusforschung seit den 1980erJahren, eine Fi.ille einschlagiger Studien, auch in historischen Nachbardisziplinen wie der Kunstgeschichte, entstan- den. Ferrari Zumbini greift kenntnisreich auf die Ergebnisse dieser lang anhaltenden Forschungskonjunktur zuri.ick und behandelt auf dieser Grundlage ein thematisch breit gefachertes Spektrumvertiefter Fallstudien ineinemsakularen chronologischen Bogen von den napoleonischen Kriegen bis zum Vorabend des Ersten Weltkriegs. Als roter Faden ziehen sich durch die Fallstudien diverse i.ibergreifende Leitfragen. Diese beziehen sich auf Grundspannungendes deutschen Nationalismus von dessen ,,Bewegungsphase"seitder napoleonischenAra bisindenNationalstaat yon1870/71, insbesondere den konfessionellen Gegensatz sowie die Spannungen zwischen par- tikularen - lokalen, regionalen, dynastischen - Traditionen und Identitaten auf der einen und unterschiedlichen nationalen Konzepten, ob klein- oder groBdeutscher Ausrichtung, auf der anderen Seite. Eng damit verbunden sind unterschiedliche poli- tische Ordnungsvorstellungen, wie liberal-bi.irgerliche bzw. -monarchische bis hin zu absolutistisch-autoritaren, die in den Fallstudien herausgearbeitet werden, bei den in der Einleitung formulierten Grundfragen, wo die Polaritat zwischen Tradition und Moderne alsleitende Fragestellung besonders herausgestelltwird, jedoch etwas kurz kommen. Weiterhin werden Fragen dersozialen Verortung und Reichweite der ,,Bilder der Nation" sowie der Entwicklung der politischen Kultur und Offentlichkeit angesprochen. Den Auftakt der Untersuchung bilden die Gedenkfeiern zum ersten Jahrestag der Volkerschlacht bei Leipzig, die erste, weite Teile Deutschlands erfas- sende Nationalfeier. Den Endpunkt stellt die feierliche Einweihung des gigantoma- nischen Monuments der Volkerschlacht zum hundertsten Jahrestag der Kampfe im Oktober 1913 dar, in mancher Hinsicht ein Wendepunkt in der politischen Kultur des Kaiserreichs wenige Monate vor dem Beginn des Weltkriegs. Damit liestsich die Studie zu wichtigen Teilen wie eine auf die Dimension der kulturellen Reprasenta- tionen ausgerichtete, ein Sakulum umspannende, in den Einzelanalysen i.iberaus anschauliche und vielschichtige Geschichte des deutschen Nationalismus, die u.a. Fragen der deutsch-franzosischen Gegnerschaft, der Virulenz des Antisemitismus oderdenRollenvonKriegenimImaginaren derNationbzw.desNationalismus beson- deren Platz einraumt.DasBuchcoverschmi.ickt ein Fotoder kriegerisch-hieratischen Monumentalstatue des Erzengels Michael i.iber dem Eingang des Volkerschlacht- denkmals. Leider ist dies, wohl aufgrund der Auflagen des Verlags, die einzige Illu- stration des Bd., der eine reiche Fi.ille visueller Quellen behandelt - ein Manko, das ein recht knapp gehaltenes Linkverzeichnis nur bedingt ausgleichen kann.

Martin Baumeister